Hybrides Format probieren – ein Praxisbericht (3)

Sommersemester 2021 an der Ruhr-Uni Bochum – eine hybride Japanischstunde mit 10 Teilnehmern im Raum und weiteren online dabei.

In diesem dritten Teil wird das Feedback der Studierenden ausgewertet. Im Teil 1 ging es um Motivation und Vorbereitung, in Teil 2 um technische und inhaltliche Umsetzung.

INHALT

Wie war’s?

Beide Gruppen schienen insgesamt zufrieden. Für die online Teilnehmenden war die Stunde nicht viel anders als sonst. Die Teilnehmenden auf dem Campus genossen besonders die Vorteile der Präsenz, zum Beispiel die direktere und flüssigere Kommunikation. Manche gaben an, sich besser konzentrieren zu können, wobei es auch eine Rolle gespielt habe, dass sie gewissermaßen unter Beobachtung standen. Und natürlich haben sie sich gefreut, mit ihren Kommiliton*innen in direkten Kontakt zu kommen und die Beziehungen zu vertiefen.

Bei der Online-Gruppe wurden oft die akkustischen Probleme genannt. Ob man an den Mikrofonen noch etwas verbessern kann? Andere Vorschläge: Im Raum lauter sprechen. Und keine Nebengespräche.
Das wird Disziplin brauchen, aber es gibt in den Gruppenarbeitsphasen ja wieder Gelegenheit, auch mal ein paar private Worte zu wechseln.

Aufgaben soll ich nicht in den Chat schreiben, sondern so, dass auch die Menschen im Raum lesen können. Word wurde vorgeschlagen, Tafel oder ein elektronisches Whiteboard. Alles in Zoom machbar – dieses Problem werden wir also lösen können.

Auch wenn es so wahrgenommen wurde, dass beide Gruppen einbezogen waren, fehlte doch die Interaktion zwischen den Gruppen. Es wurde auch bedauert, dass die Online-Gruppe sich wenig beteiligte und auch nur wenige Kameras an waren.
Möglicherweise werden alle sich daran gewöhnen, dass es eben zwei parallele Gruppen gibt, die miteinander nicht so viel zu tun haben. Dann muss ich nur darauf achten, dass ich diejenigen, die auf Zoom aktiv sind, auch genügend wahrnehme, anrege und fordere.
Aber vielleicht geht es noch besser: Es gilt, technische oder didaktische Möglichkeiten zu finden, die die Interaktion zwischen beiden Gruppen unterstützt.

Wie weiter?

Die Umfrage wurde von 25 Personen ausgefüllt. Von den Teilnehmenden auf dem Campus waren 10 von 10 dafür, dass es mehr hybride Veranstaltungen geben soll, bei den online Teilnehmenden waren es 13 von 15.
Aber was heißt das? Lieber hybrid als gar keine Präsenz? Lieber hybrid als gar kein Online-Angebot? Oder ist das hybride Format das beste? Die Freitextantworten geben hier wieder Aufschluss:

Online-Angebote sind wichtig für die mit weiten Wegen und für die mit sozialen Angststörungen. Auch für den Krankheitsfall. „Hybrid sure. Komplett Präsenz eher nicht.“
Viele möchten aber auch mehr auf den Campus kommen können.
Es gab den Vorschlag, reine Präsenz- und reine Online-Veranstaltungen anzubieten. [1]Wie geht das? Wenn ich die Gruppe um 10 in Präsenz und die um 12 online anbiete, wird es Leute geben, die um 10 eine andere Veranstaltung in Präsenz haben und deshalb um 12 auf dem Campus … Continue reading
Explizit wird aber auch die Möglichkeit gewünscht, sich für individuelle Termine so oder so entscheiden zu können. Auch die sonstigen Veranstaltungen an dem Tag, die Aufenthaltsmöglichkeiten auf dem Campus und die Zugverbindungen spielen dabei wohl eine Rolle.

Ich finde meine Anfangsthese bestätigt: Hybrid wird gebraucht. Also gilt es, die Möglichkeiten zu schaffen, sofern sie noch nicht bestehen, und die didaktische Gestaltung immer weiter zu verbessern. Über Ideen und Austausch dazu würde ich mich freuen. Schreibt gerne in die Kommentare.

References

References
1 Wie geht das? Wenn ich die Gruppe um 10 in Präsenz und die um 12 online anbiete, wird es Leute geben, die um 10 eine andere Veranstaltung in Präsenz haben und deshalb um 12 auf dem Campus teilnehmen müssen. Dann klappt es wieder nicht.

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